MPS-Studio

Der Besuch im MPS-Studio heute gleicht einer Zeitreise, die für Musiker und Fans von erstklassiger Tontechnik gleichermaßen interessant ist.  Vor fast 60 Jahren wurde Mitten im Schwarzwald, auf dem Gelände der damaligen SABA-Radiofabrik,   die erste Variante  des Studios installiert und nach mehreren Umbauten, die bis in die 1970er Jahre reichten, wurde hier in Eigenarbeit ein Mischpult in SITRAL-Kassetten-Technik (Silizium-Transistor-Planar) mit  24 Kanälen erstellt, mit dem noch heute in  analoger Qualität gearbeitet wird.

Der  präsente Klang, der den erstklassigen Ruf der  Produktionen von SABA und MPS ausmacht, wird nach wie vor erreicht.

Beim MPS-Studio „handelt es sich aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen um ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, an dessen Erhaltung …ein gesteigertes öffentliches Interesse besteht“, erklärte das Regierungspräsidium Freiburg, die zuständige Denkmalschutzbehörde, im September 2009. Neben musikwissenschaftlichen Gründen ist es vor allem die einzigartige Technik, die das MPS-Studio ausmacht: „Die Objekte belegen den hohen Standard des Studios, das sich stets  auf dem Niveau der Rundfunkstudios bewegte, gleichzeitig durch Eigenbau und Sonderlösungen aber flexibler auf Wünsche der Musiker eingehen konnte“, stellt das Denkmalamt fest und macht zudem klar, daß in Villingen mehrere Jahrzehnte Tontechnik auf unikale Art erhalten sind.

Das alles macht auch den technischen Reiz des Studios aus. Modularer Mischpultaufbau im Metallrahmen mit Verstärker- und Funktions-Einschüben in festverdrahteten Steckplätzen. Einzelne Kanalzüge sind  mit technisch optimierten und eigengefertigten Studiokomponenten nach Vorlagen der Firma Siemens bestückt. Die Spannungsversorgung erfolgt über 24Volt-Studio-Netzteileinschübe von Telefunken. Eingebaut sind  u.a. Mikrofonverstärker V276 oder Mikrofonverstärker/Limiter 629b, zudem  Kepex 500 Expander, EMT Kompressoren und Limiter und andere erstklassige Teile. Zudem wird mit Bandmaschinen von Telefunken und Ampex gearbeitet, in alter analoger Tradition, zu der natürlich auch viele Neumann-Mikrofone zählen.

Der fast 100 qm große Aufnahmeraum des MPS-Studios lässt sich über verschiedene Trennwände flexibel aufteilen. Hier können auch Big Bands aufgenommen werden. Herzstück ist aber der Bösendorfer Grand Imperial, der mit seiner expressiven Klangpracht  wie ein Orchester klingt. Ob akustisch oder rockig: das MPS-Studio bietet bis heute alle Möglichkeiten für Tonaufnahmen  in erstklassiger analoger Qualität.