BuJazzO im MPS-Studio zu Gast

Seit 30 Jahren gibt es nun das Bundesjazzorchester und jedes Jahr führt das Ensemble der besten jungen Jazzer Deutschlands in Trossingen eine Probenwoche durch, die mit einem Konzert abgeschlossen wird. In diesem Jahr gab es eine Premiere: die BuJazzO-Musiker statteten dem MPS-Studio in Villingen einen Besuch ab. Am Donnerstag rückten die Musikanten dort ein und zeigten sich überrascht und überwältigt von dem geschichtsträchtigen Flair des legendären Tonstudios.

Friedhelm Schulz und Harald Greilich vom Förderverein MPS-Studio machten mit der Historie von SABA und MPS sowie der analogen Technik vertraut. Für viele der rund 40 Nachwuchsmusikanten war es der erste Blick hinter die Kulissen eines Aufnahmestudios, in dem noch Bandmaschinen laufen. Alle waren begeistert von dem magischen Sound, der dort unter der Regie des Studiogründers Hans Georg Brunner-Schwer entstand, und auf den bis heute Musikfreunde in der ganzen Welt schwören.

Besonderer Anlass des Orchesterbesuchs war das aktuelle Programm des BuJazzO, das am Freitagabend in der Bundesakademie in Trossingen zu hören war: gespielt wurden Stücke und Arrangements der Kenny Clarke/Francy Boland Big Band, des wohl spannendsten und innovativsten europäischen Jazzorchesters in den 1960er Jahren. Von 1967 an veröffentlichte die BigBand zehn LPs bei SABA und MPS. Deshalb war auch der aktuelle Bezug zum Studio nach Villingen da.

Dominik Seidler, Geschäftsführer des BuJazzO, zeigte sich dann auch hellauf zufrieden über die vielen Informationen, die seine jungen Akteure in Villingen erhielten: „Ich hoffe, wir können dieses Erlebnis auch künftig den Musikern des BuJazzO bieten“, erklärte er am Ende des Besuchs im denkmalgeschützten MPS-Studio.