Dell / Lillinger / Westergard

Freitag, 11. September 2020; ca. 20.30 Uhr

Dell Lillinger Westergaard verbindet energetisches Spiel mit struktureller Durchführung, komponierte Materialien werden permanent neu verschaltet. Aus dem Interagieren der Musiker heraus entfaltet sich ein musikalischer hoher Energiezustand unterschiedlichster Differenzierungen, Varianten, Klangüberlagungen und Verweiszusammenhänge. Dem Zustand eindringlicher Plastizität und Körperlichkeit erwächst eine völlig eigenständige Ästhetik. Sie liefert außergewöhnlich packende Klanglandschaften, die sich durch eine enge Verzahnung von musikalischen Strukturen und hyperrealem sounddesign auszeichnen.  Die Frankfurter Rundschau nennt die Arbeit des Trios  „Boulez in Real-Time“ und fügt hinzu: „Eine großartige Performance und ein schöner Beweis dafür, dass Jazz zu sehen manchmal mindestens so viel Spaß macht wie Jazz hören.“ Das österreichische Freistil schreibt: „das Spiel des Trios ist ein weitgeöffnetes, unorthodoxes Struktursystem, das dem Zauber des Moments zugeneigt ist, ausgeführt mit agogischer Meisterschaft. Eine Musik hellhöriger Menschen, die ihre Erkenntnisse über Kraft und Wesen der Klangkunst vermitteln.“

Christopher Dell studierte Vibraphon, Schlagzeug und Komposition. Er war als freier Komponist und Vibraphonist, sowie von 1992 bis 2000 als Dozent an der Darmstädter Akademie für Tonkunst tätig.  Er nahm u.a.  mit Theo Jörgensmann, Bob Brookmeyer, Klaus König und  Hiram Bullock auf. Dell leitet seit 2000 das „Institut für Improvisationstechnologie“ in Berlin. Seit 2010 arbeitet er im Trio mit Christian Lillinger und Jonas Westergaard (Album Grammar, 2013). Ausgedehnte Tourneen spielte Dell mit dem Quartett von Wolfgang Haffner. 2017 wurde Dell in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften gewählt.
Christian Lillinger studierte in Dresden bei Günter Baby Sommer. Zwischen 2001 und 2003 war der Schlagzeuger Mitglied im Bundesjugendjazzorchester. 2008 hat er seine erste eigene Band Christian Lillingers Grund zusammengestellt, daneben arbeitet er  mit Musikern wie Rolf Kühn, Miroslav Vitouš,  Barre Phillips, Wadada Leo Smith,  Simon Nabatov,  Michael Wollny, Louis Sclavis, Bruno Chevillon, David Liebman und Alexander von Schlippenbach. Seit 2009 arbeitet er außerdem im Klaviertrio Grünen. Er war schon mehrfach im Villinger Jazzkeller zu erleben und spielte bei den Donaueschinger Musiktagen.
Jonas Westergaard stammt aus Kopenhagen. Der Bassist arbeitet in der dänischen und deutschen Jazz- und Improvisationsszene u. a. mit Projekten wie im Trio Spoom (mit Ronny Graupe und Christian Lillinger), ferner mit Michael Wollny sowie den Formationen Delirium  und Field.