Of Cabbages And Kings

Sonntag, 13. September 2020; ca. 17.30 Uhr

Das Ensemble wurde 2015 von den Jazz-Sängerinnen Veronika Morscher, Sabeth Pérez, Laura Totenhagen und Rebekka Salomea Ziegler gegründet, die sich im Bundesjazzorchester kennengelernt hatten. Der Name der Band stammt aus einem Gedicht von Lewis Carroll („The Walrus And The Carpenter“) aus „Through the Looking-Glass and What Alice Found There“ (1872). Die Werke für das Ensemble arrangieren und komponieren die Sängerinnen selbst. Unter anderem interpretieren sie Texte von William Shakespeare, Wilhelm Busch, Ingeborg Bachmann, Erich Kästner und Hannah Arendt.

Die Musikrichtung von „Of Cabbages and Kings“ beschreiben die Künstlerinnen als Neo A Cappella. Darunter verstehen sie „eine andere Art des A-cappella-Gesangs – eine Art, die neugierig macht, die unkonventionell ist, die uns als Künstlerinnen Freiheiten gibt, uns Raum schafft, vier Individuen zu sein“, so Veronika Morscher. Die Mitglieder bleiben gleichzeitig auch in eigenen Formationen aktiv, von Modern Jazz über Folk bis zu elektronischen Beats. Seit Herbst 2018 singt Zola Mennenöh an Stelle von Sabeth Pérez im Ensemble.

„Of Cabbages and Kings“ gelingt es, den Zauber, den die menschliche Stimme hat, nicht nur zu erzeugen, sondern sogar zur vervierfachen. Und das ist absolut erstaunlich, fehlt doch Gesangs-Ensembles meist genau das, was Einzelstimmen so direkt zu uns sprechen lässt. Jede Sängerin ist eine Solokünstlerin mit eigenem Profil, deren ausdrucksstarker und farbenreicher Gesang auch allein fasziniert. Sie lassen sich gegenseitig Raum und ihnen gelingt die Balance zwischen Solo- und Ensemblegesang in immer neuen und immer überzeugenden Variationen. Aus den Farbkästen ihrer Einzelstimmen zaubern sie eine Vielzahl neuer Mischfarben auf die Palette und auch ihre Satzgesänge stecken voller emotionaler Kraft.

Das ist in der Tat außergewöhnlich: Jede der vier Musikerinnen komponiert und bringt nicht nur ihre eigene Handschrift ein, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Möglichkeiten der eigenen und der anderen Stimmen. Die Resultate sind verblüffend vielgestaltig: Vom gesprochenen Wort bis zu subtilen Jazz-Harmonien, von der rhythmisch-melodischen Sogwirkung popmusikalischer Figuren bis zu abstrakt-neutönerischen Dissonanzen und von zerbrechlich-zartem Pianissimo bis hin zum kraftvollen Forte. Dabei erscheint diese Vielfalt nie beliebig, sondern sie zeugt immer gestalterischer Kraft und sicherem Geschmack.

»Of Cabbages And Kings vereint vier Musikerinnen, die ihre eigenen Persönlichkeiten und musikalischen Ziele auf einen faszinierenden gemeinsamen Nenner bringen.«
(Anja Buchmann, Deutschlandfunk)